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Behandlungsablauf sublingual
Bei der sublingualen Hyposensibilisierung, auch sublinguale spezifische Immuntherapie (SLIT) genannt, werden die Allergene als Tropfen oder Tablette unter die Zunge gegeben und über die Mundschleimhaut aufgenommen. Die Therapie wird in zwei Schritten durchgeführt: die Aufdosierung und die Fortsetzung. In der Aufdosierungsphase wird der Körper in langsam ansteigenden Dosierschritten an das Therapieallergen gewöhnt. Abhängig vom gewählten Therapieschema findet die Aufdosierung (erste Einnahme; Dosissteigerung) in der Praxis statt. Sie kann aber auch zu Hause durchgeführt werden. Bei der Aufdosierung zuhause wird mit niedrigeren Allergen-Dosen begonnen und langsamer die Allergen-Konzentration gesteigert, weshalb sie ein paar Tage länger dauert. Ist der Patient einmal auf seiner persönlichen Höchstdosis, kann die anschließende Therapie selbstständig zuhause weitergeführt werden.
Der im Folgenden dargestellte Behandlungsablauf bezieht sich auf ein Therapieschema mit einer Anfangsbehandlung, bei der die Dosissteigerung in der ärztlichen Praxis erfolgt.
Vor der ersten Einnahme
Meist wird der Arzt den Patienten nach seinem Befinden, vor allem seinen allergischen Symptomen fragen, aber auch danach, welche Medikamente er zurzeit einnimmt und ob aktuell geimpft wurde. Auch Informationen über andere Erkrankungen, vor allem Infekte bzw. Infektionskrankheiten sind wichtig. Auf dieser Basis wird der Arzt entscheiden, ob die erste Einnahme erfolgen und mit der Dosissteigerung begonnen werden kann.
Unmittelbar nach der ersten Einnahme bzw. den Einnahmen während der Dosissteigerung
Die Behandlungsrichtlinien sehen vor, dass der Patient nach der ersten Einnahme und jeder weiteren Einnahme zur Dosissteigerung mindestens 30 Minuten unter ärztlicher Obhut, also im Wartezimmer, bleiben muss. Denn in dieser Zeit können sich noch Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Einnahme zeigen. Sollten Sie als Patient in dieser Zeit etwas Ungewöhnliches bemerken, sprechen Sie den Arzt oder die Sprechstundenhilfe bitte sofort an. Als Nebenwirkungen können sich leichtes Jucken oder Schwellungen im Mund oder Rachenraum, Quaddeln an der Haut, leichtes Niesen oder Husten einstellen. Diese Symptome sind Zeichen des allergisch reagierenden Immunsystems und verschwinden meist innerhalb kurzer Zeit von alleine. Manchmal wird der Arzt diese Nebenwirkungen auch mit Medikamenten behandeln. Diese Medikamente hat jeder Arzt, der eine Hyposensibilisierung durchführt, stets griffbereit.
Weitere Einnahmen
Nach der Anfangsbehandlung kann die Behandlung vom Patienten selbstständig zu Hause weitergeführt werden. In der Fortsetzungsbehandlung sollte einmal täglich die höchste Dosis eingenommen werden, die während der Anfangsbehandlung erreicht wurde.