Allergie gegen Schimmelpilze

Symptome und Verlauf

Eine Allergie gegen Schimmelpilze ist das Chamäleon unter den Allergietypen. Das liegt daran, dass die wichtigsten Allergene, die Schimmelpilz-Sporen, fast überall vorkommen. Am häufigsten sind auch hier allergische Symptome an Auge und Nase (z.B. Augenbrennen, Tränenfluss, Schnupfen, Niesattacken) oder der Lunge (z.B. Husten, angestrengte Atmung).

Die allergischen Symptome können saisonal auftreten, wobei die Sporenflugzeit der Pilze vor allem im Spätsommer und frühen Herbst liegt. Die Symptome können aber auch ganzjährig vorkommen – dann ist es wahrscheinlich, dass man gegen eine Schimmelpilz-Quelle in der Wohnung allergisch reagiert. Vereinzelt kommt es lediglich zu allergischen Symptomen, wenn z.B. im Garten gearbeitet wird (das Umschichten des Komposthaufens und das Zusammenharken getrockneten Laubes wirbeln Unmengen von Sporen auf!) oder wenn in heißen Sommern Müll in ein selten geleerte Biotonne geworfen wird. Beschwerden am Magen-Darm-Trakt wie Blähungen oder Durchfall, migräneartige Kopfschmerzen oder Verschlimmerung von Ekzemen sind als allergische Symptome durch Schimmelpilze beschrieben worden. Weil Schimmelpilzsporen die häufigsten Partikel in der Luft überhaupt sind und praktisch ständig eingeatmet werden, sind die Meinungen zur allergischen Relevanz aber nicht ganz einheitlich.

Auslöser

Schimmelpilzsporen bilden den Hauptanteil der biologischen Partikel über bewachsenen Landflächen. Die Verbreitung der meisten Schimmelpilz-Sporen geschieht vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit (Nebel, Regen). Manche Arten (z.B. Alternaria, Cladiosporum) bevorzugen trockene warme Tage, an denen sie massenweise ihre Sporen steigen lassen.

In Innenräumen bilden sich Schimmelpilz-“Nester” ebenfalls auf “Natur”, also Blumenerde von Zimmerpflanzen und in Hydrokulturen und auf Lebensmitteln. Aber auch auf feuchten Stellen der Wohnung wachsen die Pilze gerne  – z.B. im Badezimmer, hinter Möbeln, Tapeten und Kachelwänden von Küche und Bad sowie in schlecht gereinigten Kühlschränken oder Luftbefeuchtern.
Ein Allergie-Test beim Allergologen klärt, ob Ihre Symptome tatsächlich durch Schimmelpilz-Sporen verursacht sein können. Allerdings ist die Suche oft recht mühsam.

Vorbeugung und Behandlung

Bei einer Allergie gegen Schimmelpilz-Sporen in der Wohnung sollte Feuchtigkeit vermieden und evtl. eine Wohnungssanierung durchgeführt werden (Allergenkarenz). Medikamente wie Antihistaminika und Kortikoide können zwar akut helfen, halten aber die manchmal zu beobachtende Verschlimmerung der Symptome oder das Ausbildung von zusätzlichen Allergien (z.B. gegen Haustiere!) nicht auf. Eine Hyposensibilisierung kann die Schimmelpilz-Allergie langfristig bessern bzw. ganz verschwinden lassen.