Allergie gegen Nahrungsmittel

Symptome und Verlauf

Bestandteile von Nahrungsmitteln können wie andere Allergene zu Symptomen wie Schnupfen, erschwerter Atmung und Asthma, Hautausschlägen (Urtikaria/atopisches Ekzem) sowie chronischen Entzündungen im Magen-Darm-Trakt mit Blähungen, Krämpfen und Durchfällen führen. Häufig ist das so genannte „orale“ Allergiesyndrom, bei dem sich die Symptome meist auf den Mundbereich beschränken. Anders als bei der Pollen- oder Milben-Allergie besteht aber bei besonders schweren Allergien gegen Nahrungsmittel in seltenen Fällen die Gefahr eines allergischen Schocks. Dieser kann zu Atemnot und Blutdruckabfall führen. Der Betroffene muss umgehend ärztlich versorgt werden und sollte zu seiner Sicherheit immer ein Allergie-Notfallset dabei haben.

Mögliche Auslöser - Milch, Äpfel & Nüsse gehören dazu

Die Liste Allergie-auslösender Nahrungsmittel ist sehr lang. Besonders häufig sind Allergien gegen Milch, Hühnereiweiß und Meeresfrüchte, Nüsse, Gewürze oder Obst wie Äpfel, Birnen und Erdbeeren. Da das Allergenspektrum sich nach den Lebensmitteln richtet, die in einem Kulturraum gegessen werden, sehen wir bei uns zunehmend häufiger Allergien gegen Kiwis, Sesam, Lupinenmehl, Soja-Produkte wie Sojamilch oder Tofu und weitere Nahrungsmittel, die in Mitteleuropa früher nicht so verbreitet waren. Früher galt auch Fisch als potenziell allergiefördernd. Aktuelle Untersuchungen ergaben aber, dass Fischkonsum - am besten in der Schwangerschaft, Stillzeit und der Beikost ab dem 5. Lebensmonat - das Risiko für eine Allergieentwicklung senkt.

Erschwerend für Patienten mit Nahrungsmittelallergien ist die Tatsache, dass in den meisten industriell aufbereiteten Produkten potenziell allergene Nahrungsmittel-Zusätze enthalten sind, die ein normaler Verbraucher dort nicht erwarten würde. Auch hier ist die Liste endlos: Hühnereiweiß kann in Rotwein oder Campari enthalten sein, Soja-Eiweiß in Schokolade und vielen Fertiggerichten, Erdnuss-Spuren im Müsli-Riegel usw.

Führen eines Nahrungsmittel-Tagebuchs ratsam

Um der Allergie auf die Spur zu kommen, sollte sich der Patient am besten ein Nahrungsmittel-Tagebuch führen. Weitere Hinweise geben beim Arzt dann Hauttests und ein Bluttest zum Nachweis von bestimmten IgE-Antikörpern. Manchmal macht der Arzt auch einen “Provokationstest” mit dem verdächtigen Lebensmittel. Viele andere Nachweismethoden für eine Nahrungsmittel-Allergie, die teilweise auch im Internet angeboten werden, sind von zweifelhafter Aussage-Qualität und können zu einer Fehldiagnose und damit auch Fehlbehandlung (z.B. überflüssige Diät) führen.

Unverträglichkeiten haben oft auch andere Ursachen als eine Allergie

Allerdings: Die meisten Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln sind gar nicht auf echte Allergien, sondern auf zahlreiche andere Ursachen zurückzuführen. So ist z.B. das „China-Restaurant-Syndrom“ mit Kopfschmerzen, Herzrasen, Schwächegefühl und Muskelzittern auf den Zusatzstoff Glutamat zurückzuführen: Keine Allergie, sondern einfach ein Zuviel dieses Geschmacksverstärkers. Oder Enzymdefekte: Manche Menschen können Lebensmittelbausteine schlechter verstoffwechseln als andere - deswegen vertragen beispielsweise einige weniger Alkohol als andere.

Ganz schwierig zu erkennen sind schließlich die so genannten Pseudoallergien, die z.B. durch Lebensmittelzusatzstoffe verursacht werden können. Ihr Wirkmechanismus im Immunsystem ist etwas anders als der von echten Allergien, und daher sind auch die üblichen Allergietests hier nicht anwendbar.

Vorbeugung und Behandlung

Wenn ein Nahrungsmittel eindeutig als Allergie-Ursache ermittelt wurde, ist die Vermeidung (Allergenkarenz) die beste Strategie. Medikamente wie Antihistaminika und Kortikoide helfen akut, aber häufig nicht so gut wie bei anderen Allergietypen. Bei zunehmender Ausbreitung der Reaktion über den ganzen Körper (Haut, Atemwege, Herz-Kreislaufsystem) gibt der Arzt diese Medikamente per Spritze und bei Schockgefahr Adrenalin. Wie bei der Insektengiftallergie kann Patienten, die schon einmal mit Schocksymptomen reagiert haben, ein Notfall-Set für die Selbstinjektion von Adrenalin verschrieben werden.