Alternative und ergänzende Verfahren

Viele Allergie-Patienten probieren neben der “Schulmedizin” auch “Alternativ-Verfahren”. Nicht immer ist dies ein Widerspruch. Die Schulmedizin setzt durchaus auch alternative Verfahren ein, die die medikamentöse Allergie-Behandlung bzw. die Hyposensibilisierung unterstützen. Viele Ärzte erkennen die engen Verbindungen zwischen allergischen Symptomen und Psyche. Es werden deshalb ergänzend auch psychosomatische Beratungen angeboten und je nach Problemstellung, z.B. eine Verhaltenstherapie, eine Familientherapie oder eine Entspannungstherapie (Autogenes Training, Muskelentspannung nach Jacobson, Biofeedback-Methoden) angewandt. Auch mit Selbstbehauptungstrainings oder der Hypnose wurden bei einzelnen Patienten gute Erfahrungen gemacht. Alle Methoden sind schulmedizinisch anerkannt, ihre Wirksamkeit in Verbindung mit einer direkten antiallergischen Behandlung mit Medikamenten ist nachgewiesen.

Auch bei den “echten” Alternativ-Methoden finden sich Maßnahmen, die unterstützend zur Hyposensibilisierung und/oder symptomatischen Behandlung angewandt werden können. Dazu gehören z.B.

  • regelmäßige Nasenspülungen bei Pollenallergie
  • physikalische Therapie und Atemgymnastik
  • Schulungen zum Krankheitsbild und zur Krankheitsbewältigung
  • diätetische Maßnahmen bei Nahrungsmittelallergien
  • Klimatherapie (z.B. längerer Aufenthalt im Hochgebirge)
  • evtl. Akupunktur

Für andere Verfahren konnte dagegen bisher kein Wirksamkeitsnachweis erzielt werden. Dazu gehören u.a. die Bachblütentherapie, Bioresonanz, Eigenblutinjektionen, Kinesiologie, Pendeln sowie die Haarmineralstoff-Analyse. Wenn solche Maßnahmen in Erwägung gezogen werden, muß dringend zur vorherigen Vorstellung bei einem Arzt geraten werden, damit eine Gefährdung des Patienten durch akute oder chronische Verschlechterungen vermieden wird.