Allergenkarenz: Allergenkontakt vermeiden

Unter dem Begriff Allergenkarenz versteht man das Vermeiden eines Allergenkontakts. Auch wenn das realistischerweise in kaum einem Fall zu 100% gelingt, so kann man durch das eigene Verhalten schon viel dazu beitragen, die Allergen-Konfrontation und damit die Symptom-Belastung zu verringern. Je nach Allergen sind die Maßnahmen zur Allergenkarenz etwas unterschiedlich. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Allergen-Vermeidungsstrategien für Allergiker aufgelistet.

Pollen

Pollen sind in Mitteleuropa in den Frühlings- und Sommermonaten überall anzutreffen, lediglich im Hochgebirge (über 2.000 m) und am Meer ist die Konzentration stark reduziert. Bei kurz dauernder saisonaler Symptomatik kann durch einen Urlaub in anderen Klimazonen den Pollen aus dem Weg gegangen werden. Ansonsten kann zu Hause durch Schließen der Fenster oder Bespannen der Fensterrahmen mit Pollenfiltergaze sowie eine allgemeine “Pollenhygiene” (Umkleiden nur außerhalb des Schlafzimmers, Haare waschen vor dem Schlafen gehen etc.) die Pollenbelastung reduziert werden. Karenzmaßnahmen sind bei einer Pollenallergie aber nur bedingt möglich. Außerdem können Pollenallergiker so genannte Kreuzallergien entwickeln und auf bestimmte Lebensmittel allergisch reagieren.

Schimmelpilze

Ist eine Wohnung mit Schimmelpilzen befallen, sollte sie saniert und dann systematisch Maßnahmen zur Feuchtigkeitsvermeidung ergriffen werden: Gründlich lüften, nasse Gegenstände vor der Haustür lassen, Küchenabfälle regelmäßig beseitigen, Möbel nicht direkt an die Wand stellen, Feuchtigkeit-liebende Grünpflanzen entfernen (betroffene leidenschaftliche Hobbygärtner können versuchen, die Pflanzen in Plastikgefäßen zu ziehen und die Erde mit Aluminiumfolie zu bedecken). Gartenarbeit vor allem im Herbst sollte anderen, also keinen Schimmelpilzallergikern, überlassen werden.

Hausstaubmilben

Auch hier ist es wichtig, dass die Wohnung nicht feucht ist, denn hohe Luftfeuchtigkeit ist die beste Lebensgrundlage für Hausstaubmilben. Und natürlich, wie der Name schon sagt, ist die größtmögliche Vermeidung von Hausstaub wichtig. Man sollte möglichst eine leicht feucht zu reinigende Einrichtung bzw. Ausstattung (Fliesen, Parkett) wählen, auf Staubfänger wie schwere Teppiche, Teppichboden, Gardinen und Polstermöbel hingegen verzichten, vor allem im Schlafzimmer. Die Böden sollten wischbar sein (und auch täglich gewischt werden! Wenn Wollmäuse herumfliegen, nutzt der glatte Boden nichts).

Bei hohem Leidensdruck können Hausstaubmilbenallergiker neue Matratzen und Bettzeug plus Milben-dichte Umhüllungen (Encasings) anschaffen (www.bencase.de), danach häufige Wäsche des Bettzeugs, am besten über 60 Grad (Milben sterben erst ab, wenn eine Temperatur über 60 Grad über 25 Minuten aufrecht erhalten wird, das ist bei vielen 60-Grad-Waschprogrammen nicht der Fall). Ob einige Stunden in der Tiefkühltruhe Milben abtöten, z.B. in Stofftieren, ist noch nicht eindeutig geklärt. Milben-abtötende Mittel, erhältlich in Apotheken, können zur Verringerung der Milben in Teppichen und Polstermöbeln eingesetzt werden.

Nahrungsmittel

Generell gilt für Nahrungsmittelallergiker: Aufpassen! Angaben auf den Verpackungen lesen und sich nicht scheuen, beim Essen bei Freunden, Verwandten oder im Restaurant nach den Zutaten zu fragen. Je nach Allergen kann Erhitzen oder Schälen (z.B. bei Äpfeln) die Allergene so verändern, dass sie vertragen werden. Allergische Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel wie Nüsse und Äpfel können auch bei Pollenallergikern im Zuge einer Kreuzallergie auftreten.

Insektengifte wie Bienengift & Wespengift

Essen und Getränke abdecken, besonders im Freien. Auf duftende Pflegemittel verzichteten, Körper-bedeckende Kleidung tragen, im Freien, speziell auf Wiesen, nicht barfuß laufen. Bei Insekten im Anflug Ruhe bewahren und nicht panisch um sich schlagen. Im Falle eines Stiches Stachel möglichst schnell entfernen und die vom Arzt verordneten Notfallmedikamente einsetzen. Bei Bedarf Notarzt rufen!