Die Akut-Therapie

Nur Symptom-Linderung, keine Ursachen-Bekämpfung

Trifft ein Allergen auf einen entsprechend sensibilisierten Patienten, reagiert sein Immunsystem in der Akutphase mit der Ausschüttung von Histamin und zahlreichen anderen Substanzen, wodurch typische allergische Akut-Symptome vor allem an Augen und Nase, im Verdauungssystem und an der Haut auftreten.

Durch Medikamente kann dieser Ablauf blockiert werden, der Patient verspürt eine Linderung seiner Symptome. Geheilt ist der Patient aber nicht. Am nächsten Tag müssen die Medikamente in der Regel erneut eingesetzt werden. Außerdem besteht bei einer solchen Behandlung die Gefahr der Verschlimmerung der Allergie, da nicht die Ursachen bekämpft werden. So können bis zu 50% der Atemwegsallergiker, die nicht kausal, z.B. durch eine Hyposensibilisierung behandelt werden, nach einigen Jahren ein Asthma entwickeln. Verschiedene Arzneimittel-Gruppen stehen für die Akut-Therapie zur Verfügung.

Antihistaminika:

Antihistaminika sollen die Wirkung des Allergie-Botenstoffes Histamin an den von der Allergie betroffenen Organen, wie z.B. den Augen, der Nase, der Haut und (allerdings sehr viel schwächer) an den Lungen, blockieren. In Deutschland gibt es etwa 50 Antihistaminika auf dem Markt. Ihre Wirkung ist allerdings begrenzt. Um die Übersicht zu erleichtern, teilt man die Antihistaminika ein in

  • ältere Antihistaminika der ersten Generation
    Das sind ältere Präparate, die die allergischen Symptome gut bekämpfen, gleichzeitig aber müde machen. Man sollte sie daher nur vor dem Schlafengehen einnehmen. Vorteilhaft sind diese Arzneimittel, wenn z.B. bei Neurodermitis nachts zusätzlich ein starker Juckreiz besteht. Um welche Präparate es sich dabei handelt, besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.
  • neue Antihistaminika
    Das sind moderne Präparate, die die Allergie-Symptome rasch, meist innerhalb von einer halben Stunde bekämpfen und nicht oder kaum müde machen. Sie können also auch im normalen Alltagsleben in der Schule, im Büro, beim Bedienen von Maschinen und im Straßenverkehr ohne Einschränkungen eingenommen werden. Um welche Präparate es sich dabei handelt, besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Kortison/Kortikoide

Die heute angewandten Glukokortikoide sind Weiterentwicklungen des Kortisons und werden von vielen Allergologen den Antihistaminika, deren Wirksamkeit begrenzt ist, vorgezogen. Sie sind für viele allergische Erkrankungen unerlässlich da sie die, durch die allergische Reaktion ausgelösten, Entzündungserscheinungen hemmen. Bei der empfohlenen Anwendung, die meist örtlich erfolgt, haben sie ein gutes Nebenwirkungsprofil. Sie können nahezu alle durch die allergische Reaktion ausgelösten Entzündungserscheinungen hemmen und sind dabei sehr verträglich. Kortikoide wirken nicht sofort, sondern erst nach mehreren Stunden auf die „Entzündungskaskade“, die beim Allergenkontakt in Gang gesetzt wird. Frühzeitig angewandt helfen sie aber, so genannte verzögerte Reaktionen und Spätreaktionen zu verhindern.

Adrenalin

Adrenalin ist ein reines Notfallmedikament, das beim allergischen Schock eingesetzt wird. Patienten mit einer lebensgefährlichen Insektengiftallergie oder Lebensmittelallergie können vom Arzt einen „Autoinjektor“ zur Selbst-Anwendung im Notfall verschrieben bekommen.

„Symptomatische Medikamente“

Das sind Arzneimittel, die je nach dem Beschwerdebild bzw. betroffenen Organ als Soforthilfe zur Verfügung stehen. Wichtig sind hier vor allem die im Asthma-Anfalll anwendbaren Akut-Sprays, der Fachmann spricht von Beta-2-Sympathomimetika. Wenn die Selbstmedikation nicht mehr ausreichend ist, muss der Arzt mit verschiedenen Injektions-Medikamenten eingreifen.

Bei nicht so gefährlichen, aber nichtsdestoweniger unangenehmen Beschwerden an Augen und Nase können, zusätzlich zu Antihistaminika, so genannte Mastzell-Stabilisatoren eingesetzt werden. Zu den Mastzell-Stabilisatoren gehören die Cromoglicinsäure und verwandte Substanzen. Sie vermindern bei Allergenkontakt die Freisetzung des allergischen Botenstoffes Histamin. Diese Arzneimittel sollten am besten vor dem Auftreten der ersten Symptome verwendet werden; in der Praxis helfen sie aber auch noch bei gerade beginnenden Symptomen, wenn gleich ihre Wirkung nicht sehr ausgeprägt ist.