Urlaubtipps für Allergiker

Jeder Allergie-Patient wird seinen Urlaub so planen, dass er möglichst auch “Urlaub” von seiner Allergie hat. Wir geben Ihnen - je nach Allergieart - verschiedene Tipps für die Reiseplanung.

Pollen- und Milben-Allergiker

Ein Urlaub an Pollen-freien Meeresküsten, im Hochgebirge oder in Regionen, in denen die Pollen gerade nicht blühen, verläuft für Heuschnupfen-Patienten meist ohne Symptome. Auch Milben-Allergiker sind im Hochgebirge gut aufgehoben, vor allem dann, wenn der Camping-Urlaub in milbenfreien Schlafsäcken oder der Hotelurlaub in frisch hergerichteten Häusern mit neuem Fußbodenbelag und frischen Betten geplant ist. Viele einschlägige Urlaubsorte haben sich bereits auf Allergie-Patienten als Gäste eingerichtet.

Nahrungsmittel-Allergiker

Naturgemäß schwieriger ist die Wahl des Urlaubsortes für Patienten mit Nahrungsmittelallergien, vor allem wenn sie mittelschwer oder gar schwer sind. Informieren Sie sich vorab, welche Küche in der Region und speziell in dem Hotel zu erwarten ist. Um vor Überraschungen sicher zu sein, fragen Sie nach Zimmern mit Kochgelegenheit. Auch hier gilt zumindest bei Reisen in Europa und teilweise den USA: Es gibt spezialisierte Hotels, in denen den Erfordernissen der Nahrungsmittel-Allergiker kompetent Rechnung getragen wird.

Patienten mit schweren Allergien oder Anaphylaxie-Risiko

Mehr noch als die Patienten mit “einfachen” Allergien müssen Patienten mit schweren Allergien ihre Reisevorbereitungen sorgfältig planen. Dies betrifft vor allem Patienten mit Allergien gegen Nahrungsmittel und Insektengift. Auf jeden Fall sollten Sie einen Arzttermin vereinbaren und sich alle benötigten Medikamente in ausreichender Menge verschreiben lassen. Überprüfen Sie das Haltbarkeitsdatum ihrer Notfall-Apotheke und bestellen Sie einzelne Medikamente gezielt nach. Diese Medikamente sollten auf Reisen immer griffbereit sein. Das heißt bei Flugreisen ins Handgepäck – das gleiche gilt für etwaige Notfall-Ausweise. Informieren Sie sich aber bei Flugreisen, in wie weit Sie überhaupt Auto-Injektoren (bestückt z.B. mit Adrenalin bei schweren Nahrungsmittel- und Insektengiftallergien) mit in die Flugkabine nehmen dürfen. Evtl. müssen Ausnahmeregelungen beantragt werden oder Sie weichen auf ein Inhalations-Notfall-Spray aus (das hilft allerdings nur bei bestimmten Atemwegsbeschwerden). Vereinzelt verlangen manche Länder eine schriftliche Bestätigung in der Landessprache, warum Sie die Medikamente/Spritzen mit sich führen (für den Fall einer Zollkontrolle).

Patienten, die antiallergische Bedarfsmedikamente benötigen

Wenn Sie Antihistaminika einnehmen, denken Sie bei Autofahrten an die müde machende Wirkung einiger älterer Präparate. Gehen Sie auf Nummer sicher und nehmen Sie vor/während Autofahrten nur moderne, nicht sedierende Antihistaminika ein.

Patienten mit einer Hyposensibilisierungs-Behandlung

Besprechen Sie mit Ihrem Allergologen Ihre Reisepläne. Evtl. können die Injektionstermine so gelegt werden, dass keine Unterbrechung Ihrer Behandlung erforderlich wird. Auch an evtl. Schutzimpfungen denken, denn diese Impfungen sollten frühestens sieben Tage nach der letzten Injektion durchgeführt werden.