Allergiebehandlung: Hyposensibilisierung

Die Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) ist die einzige heute zur Verfügung stehende Behandlungsmethode, die die Ursachen der Allergie, nämlich ein fehlgeleitetes Immunsystem, wieder normalisieren kann. Unter einer Hyposensibilisierung versteht man die wiederholte Verabreichung von steigenden Mengen eines oder mehrerer Allergene, auf die der Allergie-Patient allergisch reagiert, mit dem Ziel einer deutlichen Linderung bzw. der Beschwerdefreiheit. Der Allergiker bzw. sein Abwehrsystem wird durch diese Behandlungsform wieder unempfindlich gegen das Allergen, also “hyposensibilisiert”, und reagiert nicht mehr in einer den Körper schädigenden Reaktion auf die harmlosen Stoffe.

Die Wahrscheinlichkeit eines Behandlungserfolgs beträgt bei Bienen- oder Wespengiftallergien 90%, bei Pollenallergie 80%, bei Milbenallergie 70-80% und bei Schimmelpilzallergie 60-70%.

Hyposensibilisierung - als Spritze oder als tägliche Tropfen

Bei der klassischen Methode der Hyposensibilisierung wird das Allergen in gereinigter und standardisierter Form in die Haut des Oberarms injiziert (subkutane Hyposensibilisierung, kurz SCIT). Es stehen auch Tropfen zur Verfügung, bei denen die Allergen-haltige Flüssigkeit für ein paar Minuten unter der Zunge gehalten und dann heruntergeschluckt wird (sublinguale Hyposensibilisierung, kurz SLIT). Dieses Verfahren kann bequem zu Hause durchgeführt werden, verlangt aber auch Disziplin und Durchhaltevermögen vom Patienten. Die Behandlungsdauer, SCIT oder SLIT, beträgt regulär drei Jahre.

Hyposensibilisierung gehört in erfahrene Hände

Die Hyposensibilisierungsbehandlung sollte von einem erfahrenen Allergologen durchgeführt werden. Der Arzt wird dabei zunächst eine sorgfältige Diagnostik durchführen. Denn nur, wenn einwandfrei feststeht, gegen welche Allergene der Patient allergisch reagiert, kann mit Erfolg hyposensibilisiert werden. Sind die Allergie-Auslöser bekannt, kann die Behandlung eingeleitet werden. Dabei werden dem Körper in langsam ansteigender Dosierung die Allergene gegeben, gegen die er allergisch reagiert. Dies wird so lange fortgeführt, bis keine oder kaum mehr eine Reaktion auf die Allergene auftritt. Mögliche Nebenwirkungen sind meist nur leicht und treten in der Regel innerhalb von 30 Minuten nach einer Allergen-Gabe auf.

Behandlungsablauf sublingual

Hier finden Sie ausführliche Informationen wie eine sublinguale Immuntherapie abläuft. mehr

Behandlungsablauf subkutan

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