Die Hauttests

Neben der Anamnese ist die Allergietestung an der Haut ein wichtiger Bestandteil der Allergie-Diagnostik. Dabei werden die Test-Allergene entweder aufgrund eindeutiger Aussagen aus der Anamnese ausgewählt oder bei wenig aussagekräftiger Anamnese mit einer Standardauswahl der am häufigsten vorkommenden Allergene getestet. Die Untersuchungen sind wenig belastend und die Ergebnisse liegen innerhalb einer relativ kurzen Zeit vor.

Pricktest

Beim Pricktest werden meist auf der Unterarmseite Tropfen verschiedener Allergen-Lösungen aufgetragen und dann die Haut durch die Tropfen hindurch mit einer kleinen Lanzette oberflächlich geritzt. Nach ca. 15 Minuten bildet sich bei positivem Befund (d.h. Patient reagiert sensibel auf das Test-Allergen) eine mehr oder weniger große Quaddel, manchmal tritt auch Juckreiz auf. Eine Quaddelbildung zeigt, dass der Körper auf ein Allergen sensibilisiert ist. Trotzdem muss der Körper darauf nicht unbedingt mit Symptomen reagieren: Erst beim Auftreten von Symptomen spricht man von einer Allergie. In der Praxis heißt das, dass auch Quaddeln beim Pricktest auf solche Allergene auftreten können, die gar keine Beschwerden verursachen. Der Arzt wird daher überprüfen, ob das, was der Patient selbst schildert, mit dem Testergebnis übereinstimmt. Beispiel: Es zeigt sich im Pricktest eine Quaddel auf Birke, aber der Patient hat während des Birkenpollenfluges (März/April) gar keine Beschwerden. In diesem Fall ist er zwar auf Birke sensibilisiert, aber nicht allergisch, und eine Therapie auf „Birkenallergene“ ist nicht nötig.

Reibtest

Bei einigen Allergenen, z.B. Nahrungsmitteln, kann ein "Reibtest" besonders aussagekräftig sein. Dazu wird die Haut an der Unterarmseite zunächst nur mit der Allergenquelle etwa 10-mal kräftig gerieben. Dies geschieht häufig bei Nahrungsmitteln wie z.B. Äpfeln, die für die Testung nicht weiter aufbereitet werden. Auch Tierhaare, die vom Patienten mitgebracht werden, können so getestet werden. Bei positivem Testergebnis zeigen sich im Testareal nach etwa 15 Minuten kleine Quaddeln.

Intrakutantest

Beim Intrakutantest wird eine geringe Menge von Allergen-Testlösung am Unterarm oder auf dem Rücken mit einer Spezialnadel in die Haut gespritzt. Eventuelle Reaktionen zeigen sich nach etwa 20 Minuten. der Intrakutantest ist heute speziellen Fragestellungen vorbehalten.

Epikutantest

Dieser Test wird auch Pflastertest genannt und dient dem Nachweis von Allergenen, die ein Kontaktekzem verursachen. Diese Allergie gehört zum Reaktionstyp 4, d.h. zu einer Allergie vom Spättyp. Beim Epikutantest werden die mit verschiedenen Allergen-Testlösungen beschichteten Pflaster auf den Rücken oder Unterarm des Patienten geklebt und die Reaktionen nach 24 , 48 und 72 Stunden abgelesen.