Allergien bei Kindern

Das Risiko für Kinder eine Allergie zu entwickeln, liegt u.a. in den Genen. Bislang sind etwa 150 Genvarianten nachgewiesen, die Allergien begünstigen. Je mehr Mitglieder einer Familie an einer Allergie leiden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für die Nachkommen ebenfalls ein überempfindliches Immunsystem zu erben. Haben beide Eltern Allergien, sind zwischen 50 und 80% der Kinder betroffen, bei einem Elternteil sind es immerhin noch 20 bis 40%.

Allergien von klein auf vorbeugen

Allerdings können Eltern neben dieser unvermeidbaren, genetischen Veranlagung dazu beitragen, dass eine Allergie-Entwicklung nicht noch durch äußere bzw. beeinflussbare Faktoren begünstigt wird. Allergie-Vorsorge beginnt daher bereits im Säuglingsalter. Laut der aktuellen Empfehlung verschiedener Fachorganisationen auf Basis von 217 Studien sind folgende Punkte für die Prävention einer Allergie ratsam:

  • Fischkonsum in der Schwangerschaft, Stillzeit und Beikost
  • Stillen, mindestens 4 Monate lang 
  • falls Mütter nicht stillen können, sollten sie ihrem Kind hypoallergene (HA)-Säuglingsnahrung geben
  • rauchfreie Umgebung  
  • Durchführung aller Impfungen im Kindesalter nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) in Berlin
  • bei Risikokindern, d.h. mindestens ein Elternteil ist Allergiker, ist es ratsam, keine Katzen, zu halten
  • Übergewicht vermeiden
  • durch regelmäßiges Stoßlüften feuchtem Raumklima und damit Schimmelpilzbildung vorbeugen
  • Luftschadstoffe in Innen- und Außenräumen von Kindern fernhalten

In Deutschland galt lange die Empfehlung, die Zuführung potenziell allergischer Lebensmittel wie Karotten und Tomaten speziell im ersten Lebensjahr zu vermeiden. Dies konnte aber in Studien nicht bestätigt werden. Beikost, z.B. auch auf Karottenbasis, kann demnach ab Beginn des fünften Lebensmonats eingeführt werden. Früher Fischkonsum hat nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft sogar die Fähigkeit, die Entstehung von Allergien zu reduzieren.

Mögliche Symptome frühzeitig abklären lassen

Beobachten Eltern bei ihrem Kind Symptome, die auf eine allergische Reaktion hinweisen, sollten sie das Beschwerdebild von einem Allergologen, z.B. einem allergologisch qualifizierten Kinder- und Jugendarzt bzw. Hausarzt, einem HNO-Arzt oder Hautarzt abklären lassen.

Bestätigt sich der Verdacht einer Allergie, wird Ihr Allergologe Sie über die Therapiemöglichkeiten für Ihr Kind beraten - dies vor dem Hintergrund, dass eine unbehandelte Allergie sich verstärken und bis zur Asthma-Entwicklung ausweiten kann (Etagenwechsel).

Quellen: S3-Leitlinie Allergie-Prävention, 2009

Aktuelle Leitlinie zur Allergieprävention 11/2014