Ursachen & Risikofaktoren

Eine allergische Reaktion entsteht durch ein kompliziertes Zusammenspiel von erblicher Veranlagung und veränderten Umweltfaktoren. Im Einzelfall ist es aber nicht vorherzusehen, ob sich z.B. bei einem Kind eine Allergie entwickelt oder nicht. Sind aber die Eltern auch schon Allergiker, ist es recht wahrscheinlich, dass das Kind die Veranlagung zu einer allergischen Überempfindlichkeit (die so genannte “Atopie”) ererbt hat.

Zusammenspiel mehrerer genetischer Faktoren

Allerdings gibt es kein einzelnes “Allergie-Gen”. Vielmehr müssen mehrere genetische Faktoren zusammen kommen, damit der Mensch allergisch reagiert. So gibt es Varianten von Genen, die zu einer vermehrten Bildung der IgE-Moleküle führen, die eine wichtige Rolle bei der allergischen Reaktion spielen. Gleichzeitig muss aber auch eine entsprechende Anfälligkeit an einem bestimmten Organ vererbt werden. Also eine Anfälligkeit der Haut oder Nasenschleimhaut oder der Schleimhäute in den kleinen Atemwegen der Lunge. Man kennt mittlerweile etwa 150 Gen-Varianten, die die Bereitschaft für eine bestimmte allergische Reaktion erhöhen.

Umwelt spielt ebenfalls eine Rolle

Hat ein Mensch eine genetisch bedingte Allergie-Anfälligkeit, so entscheiden Umweltfaktoren über das weitere Krankheitsschicksal. Aber auch hier greifen die einzelnen Faktoren so kompliziert ineinander, dass die Forscher die Einzelheiten noch nicht aufklären können. Eine wichtige Ursache ist aber sicher die Belastung der Außenwelt und auch der Wohnungsinnenräume mit Schadstoffen oder eine Veränderung der Pollen z.B. durch Dieselruß, wodurch der Pollen aggressiver wird.

Umgekehrt sind wir nicht mehr genügend geschützt, weil unser Immunsystem kaum mehr so richtig herausgefordert wird. Aus Untersuchungen weiß man, dass z.B. Kinder mit vielen Geschwistern, die meist mehr Infektionen durchmachen, vor Allergien besser geschützt sind als Einzelkinder. Auch das Aufwachsen auf einem Bauernhof scheint vor Allergien zu schützen (Hygienehypothese).