Allergien nehmen zu

Eine Allergie ist keine moderne Krankheit, vielmehr sind die Symptome schon seit dem Altertum bekannt. Doch während die Allergien früher eher Seltenheitswert hatten, sind sie heute in der westlichen Welt zu einer wahren Volkskrankheit geworden.

Jeder Fünfte in Deutschland betroffen

Die dramatische Zunahme der Allergie-Häufigkeit fand vor allem in den letzten Jahrzehnten statt und scheint sich jetzt auf einem hohen Niveau zu stabilisieren: Rund 20% der bundesdeutschen Bevölkerung sind betroffen.

Umweltfaktoren fördern Allergien

Als Ursache für die dramatische Zunahme kommen unsere veränderten Lebensgewohnheiten und eine starke Belastung mit neuen, für die Spezies Mensch bis vor kurzem unbekannten Faktoren hinzu. Zu diesen Faktoren gehören viele Allergie-fördernde Umweltschadstoffe, aber auch psychische Belastungen, die zwar nicht als alleinige Ursache, wohl aber als “Verstärker” für die allergischen Reaktionen fungieren können. Im Zusammenspiel mit der genetischen Ausstattung eines Menschen führen Umweltfaktoren dann zu der Ausbildung einer allergischen Erkrankung.

Natürliche Schutzfaktoren fehlen

Umgekehrt haben wir durch unsere veränderte Lebensweise auch viele Schutzfaktoren verloren, die uns früher - vielleicht trotz genetischer Belastung - vor einer Allergie bewahrt haben. Durch eine bessere Hygiene und weniger Infektionen, vor allem in der frühen Kindheit, fehlt ein wichtiger Reiz für unser Immunsystem, sich “normal” zu entwickeln. Dadurch werden jetzt schon die Grundlagen im Immunsystem so gelegt, dass eine allergische Reaktion auftritt. So weiß man aus Untersuchungen, dass z.B. Kinder mit vielen Geschwistern, die meist mehr Infektionen durchmachen, vor Allergien besser geschützt sind als Einzelkinder. Auch das Aufwachsen auf einem Bauernhof scheint vor Allergien zu schützen.